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Zum Sinn und Unsinn mobiler Webseiten - rechtfertigt der Nutzen den Aufwand?

28.09.2015
13:41

Wer benötigt eigentlich eine mobile Version einer Webseite? Doch eigentlich nur die Agenturen! „Mobile friendly“, „Responsive Design“, „Dynamic Serving“ sind für mich jetzt schon die Buzzwords des Jahres. Und es sind Keywords, wie sie Internet-Agenturen lieben, denn sie verkaufen Webseiten. Jedem Kunden wird eine eigene mobile Version seiner Webseite schmackhaft gemacht, ganz ungeachtet davon, ob sie für ihn nun Sinn macht oder nicht. Es ist natürlich auch von Inhalt der Webseite und Zielgruppe abhängig, so dass es gute Beispiele gibt wo eine mobile Version wirklich sinnvoll ist. Doch ich möchte behaupten 99% aller Webseiten benötigen der Bedienbarkeit wegen keine Mobile Version der Webseite.

Vorab kurz eine Begriffsklarstellung. Mit einer mobilen Version einer Webseite, mobilefriendly oder mobil-freundlich meine ich jede Art der Lösung also von responsive Design bis hin zu einer separaten Webseite speziell für Besucher mit mobilen Endgeräten. Außerdem besteht ein Unterschied zwischen mobilefriendly und „google mobilefriendly“. Google fordert einen bestimmten Standard, welcher nur durch die Umgestaltung einer Webseite erfüllt werden kann. Dazu benötigt man dann mindesten eine zusätzliche Version der Webseite also die mobile Version. Mobile-freundlich ist meiner Meinung nach jede Webseite die man groß und klein zoomen kann.
Mit dieser Aussage möchte ich meine persönliche Meinung zum Thema kund tun und dabei auf Bedienbarkeit/Navigation, Optik, SEO, Googles Mobile Standard und unsere eigene Lösung eingehen:

  1. Die Zwei-Finger-Zoomfunktion bei Smartphones geht doch wirklich schnell.
  2. Ein Großteil der Grafiker Arbeit wird entwertet.
  3. Google gibt durch seine Marktdominanz einen Standard vor
  4. Separate mobile Versions stressen den Redakteur, separate, reduzierte oder veränderte Inhalte der mobile Version stressen das SEO-Team
  5. Unsere Art der Umsetzung also Programmierung bzw. Anpassung des Template und CSS - nur das allernötigste, um den Google Richtlinien zu entsprechen. Getreu dem Motto: Wie groß ist der wirkliche Nutzen, dementsprechender Aufwand.

1. Bedienung und Navigation


Als es noch keine Smartphones mit Touchdisplay gab, haben auch wir speziell mobile Versionen von Webseiten erstellt, da es sonst wirklich schwer war auf diesen zu navigieren. Diese Zeit, so dachte ich, sei durch die innovative Zwei-Finger-Zoomfunktion nun Geschichte. Sie beherrscht mittlerweile jedes Kind und ebenso die reifere Generation. Wenn es jedoch nach den Agenturen geht, scheint eine mobile Variante ein absolutes Muss zu sein. Sie ist schon schick und nice to have, aber(!): Der Aufwand an Konzeption, Grafik und Programmierung ist enorm und steht meiner Meinung nach in keinem sinnvollen Verhältnis zum Nutzen.

Es sollte einleuchten, dass man ein komplexes Menü mit einem Hamburger Menü nicht wirklich übersichtlich darstellen kann. Dafür gibt es zwei Lösungen: Man spart an Inhalten im Menü (einzelne Unterpunkte fallen bspw. komplett weg) oder man fügt ein separates Menü am Rand des sichtbaren Bereichs ein (oder beides in Kombination). Im Vergleich: Webseiten für Desktopgeräte machen die Navigation durch Menüs mit mehreren Ebenen zum Kinderspiel. Desweiteren kann man durch Teaser oder Grafiken zum Beispiel in einer mehrspaltigen Webseite auf wichtig zu erreichende Inhalte oft hinweisen und lenkt den Besucher damit an sein vermeintliches Ziel.
Von einem Psychologen habe ich einmal von zwei Arten der Inhaltsaufnahme gehört: Der eine liest den gesamten Text und klickt dann, der andere liest quer und folgt Stichpunkten (Menüs). Herkömmliche Webseiten berücksichtigen beide Ansätze.

Der letzte und für mich gravierendste Nachteil an einer mobilen Webseite in Sachen Bedienbarkeit ist das Wiederfinden von Inhalten, nachdem ich die Webseite zuvor auf dem PC besucht habe oder mich mit dieser am PC auskenne. Mal schnell von unterwegs die im Onlineshop abgelegte Rechnung an die Buchhaltung weiterleiten - unmöglich. Speziell bei responsive Webdesigns werden gern noch viele weitere Umbruchspunkte (Breakpoints oder Media Queries) verwendet, so dass die Webseiten auf jedem unterschiedlich großem Bildschirm (Smartphone hochformat, querformat, Tablett hochformat, querformat, PC Widscreen, 4:3) auch unterschiedlich aussehen. Also bitte nur ein Gerät nutzen und immer das gleiche!

2. Optik


Zur Optik, also der kreativen Leistung des Grafikers. Seit Jahren ist es unser Ziel einzigartig schöne, kreative, emotionserregende Webseiten zu designen, mehr Fotos, tolle Slider und grafische Übergänge, die das Auge leiten sollen. Außerdem versuchen wir die vielen Inhalte so zu strukturieren, dass sie schnell erfasst, leicht gefunden und auf verschiedenen Wegen erreicht werden können.

Doch nun sind scheinbar diese Überlegungen Geschichte. Denn den zahlreichen Web-Agenturen nach surfen demnächst alle nur noch mit Smartphone und benötigten deshalb nur zwei Farben und ein "Hamburger" Menü auf einer Webseite. Webseiten werden damit immer abwechslungsärmer und das eintönige Ein-Spalten-Layout wird zum Standard erklärt. Da freut es schon fast, wenn die Branche bemerkt, dass nun kein Platz mehr für Werbung ist.

Aber vielleicht hält ja dieser Hype auch nicht mehr all zu lange an, denn dann kommt die unbedingt lebensnotwendige App zur Webseite, die sich jeder Besucher erst herunterlädt, um dann die Seite über die App auf zu rufen. Es ändert sich nichts, kostet aber sehr viel.

3. Googles Mobile Standard


Die Agenturen dürfen Google danken, wenn sie jetzt wieder Futter haben. Wenn Google mobile friendly Webseiten will, dann ist dies so und es entsteht Handlungsbedarf. Google positioniert Webseiten mit Google mobile friendly Version nämlich schlichtweg besser als andere, aber nur für den der auch mit Smartphone sucht. Dabei gilt das Tablet zum Glück nicht als Mobilgerät.

Eine solche, google-konforme Version der Webseite erreicht man im wesentlichen nur, wenn die Webseite einspaltig ist und die Breite dieser einen Spalte auf ca. 400px reduziert werden kann. Dadurch wird auf Smartphones nicht herausgezoomt und die Schrift bleibt bei normalen 11px. Zum Vergleich, beim Rauszoomen sinkt die Schriftgröße auf vielleicht 4 Pixel.

Nun muss also etwas getan werden für die Webseiten, die viele Zugriffe über Google mit Smartphones haben. Doch das sollte nicht mit der Zahl der reinen Smartphone-Nutzer auf der Webseite verwechselt werden, denn diese gelangen unter Umständen über Verweise oder direkt auf die eigene Seite – egal ob mit oder ohne Google mobile friendly Version (GmfV). Aus meiner Sicht gilt es also nur eine gute Position in der Suche zu erreichen (bzw. nicht zu verlieren) für User, die mit Smartphone nach meiner Webseite in Google suchen. Dabei sollten auch die Keywords in Betracht gezogen werden. Man benötigt nicht zwingend eine GmfV, wenn Besucher nur über den eigenen Firmen- oder Markennamen von Google kommen. Hier wird sich die Position durch eine mobile Version nicht mehr verbessern. Es geht also um Keywords, mit denen ich in Wettbewerb stehe. Hier ist es sicher jetzt sehr  individuell und von Website zu Website unterschiedlich - aber ich denke sehr, sehr viele Webseiten können den vielleicht 10% ihrer Besuchern, die um zwei, drei Stellen schlechtere Position zumuten. Auch die Position dieser Keywords sollte beachtet werden. Es bringt nichts, Aufwand zu betreiben, damit ein Keyword von Rang 59 auf 54 rutscht – einen Traffic Gewinn gibt es dadurch nicht

4. Unter SEO-Gesichtspunkten

Um auf ca. 400 px Breite mit gut lesbarer Schrift etwas darstellen zu können, muss der Inhalt reduziert oder verschoben werden. Bei einer Reduktion wird es nun interessant welche Inhalte man dauerhaft oder wählbar weglassen kann und wie die Inhalte für den Redakteur eines CMS steuerbar sind. Hierfür gibt es grob drei Ansätze:

Am aufwändigsten ist eine separate mobile Webseite, die es für den Redakteur neben den Sprachversion nun auch noch zu pflegen gilt. Bei beispielsweise drei bedienten Sprachen und drei mobilen Versionen sind dies 9 zu pflegende Webseiten.

Die zweite mir noch nicht begegnete Variante wäre die Wählbarkeit im CMS, wobei es mir als äußerst fraglich erscheint, wie man einen Menüpunkt der dritten Ebene in der Mobile Version haben will, es hier aber die zweite Ebene gar nicht gibt.

Die dritte Option ist vermutlich die einfachste. Bestimmte Inhalte wie Header, Menüs, Sidebars, etc. werden einfach ausgeblendet, damit der restliche Inhalt auf den Bildschirm passt. Das führt aber dazu, dass die Navigation auf der Website nur noch über das Menü möglich ist – der mir wichtige Ansatz, verschiedene Arten der Inhaltsaufnahme zu bedienen, indem man unterschiedliche Klickpfade anbietet, geht komplett verloren.

Neben dem Aufwand für den Redakteur, sehe ich noch einen erheblichen Aufwand für das SEO Team. Wenn Inhalte in der mobile Version fehlen, ändert sich die interne Linkstruktur und der indexierte Text einer einzelnen Unterseite. Damit sinkt auch die Relevanz einer solchen Unterseite. Wie löst dies nun Google? Zum einen gibt es Pluspunkte für die mobile Version, aber zum anderen fehlen in dieser Version interne Links und Inhalte. Prüft Google eigentlich, ob der gefundene Inhalt in der mobilen Version überhaupt existiert? Zudem muss das SEO Team auch auf Verlinkungen achten. Das heißt existieren die Inhalte, auf die interne und externe Links verweisen, überhaupt noch in der mobilen Version?

Um keine SERPs einzubüßen und gleichzeitig die Arbeit für den Redakteur zu vereinfachen, werden Inhalte (teilweise ganze Webseitenspalten) untereinander platziert. Damit werden die Seiten zwar lang, aber die Verlinkung funktioniert nach wie vor, so lange bei der Verlinkung auch auf das Setzen von Ankern geachtet wurde. Die Onpageoptimierung des SEO Teams hat jedoch auch auf die Positionen der Texte zueinander und im Quellcode geachtet. Wie Google diese Umplatzierung nun bewertet, bleibt spannend.

5. Unsere Lösung

Aus unserer Erfahrung macht es also Sinn, erst den Nutzen abzuschätzen bzw. zu analysieren, um über den Aufwand zu entscheiden. Nun gibt es aber definitiv die Fälle, wo eine gmfV notwendig ist bzw. wo man keine Position bei all dem SEO Einsatz riskieren will.

Wenn der Nutzen nicht wirklich groß ist, betreiben wir so wenig Aufwand wie nur irgendwie möglich. Wenn wir also für eine Webseite zusätzlich zum CMS eine gmfV erstellen wollen, bedeutet das wenig bis gar kein Extraaufwand an Grafikleistung. Template und CSS werden schlichtweg so angepasst, dass die Reihenfolge der Spalten nacheinander ist, dass Menü zum Hamburger wird und auf eine Hauptfarbe ohne Verlauf und Rahmen reduziert wird, sobald die Seite auf einem mobilen Endgerät dargestellt wird. Wir setzen einen Breakpoint bei ca. 450 px, damit im Smartphone Querformat die Webseite normal bleibt aber im Hochformat die gmfV greift und hoffentlich für eine bessere Position sorgt. Der Programmieraufwand der GmfV beläuft sich in der Regel auf 2 Tage. Aufwand für den Redakteur sollte dabei nicht entstehen.

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